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Bitte um Nachsicht: Hier kann aus dem Mix meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Mietervertreter und gleichzeitig sonstigen Interessen, Reisen etc. eine oft ziemlich wilde Mischung entstehen.

Im weiteren Verlauf sind aber alle Beiträge, Fotos und Clips nach Themengebieten sortiert. 

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Die Zeiten sind nicht besonders gut, die Einkommen gehen zurück, alles wird teurer.

Die Attraktionen im Wurstelprater kosten mittlerweile nicht wenig, ein Besuch im Euro-Disney sowieso eine Lawine.

Kinokarten für Actionfilme gehen ja noch, aber jede Woche? Das läppert sich auch.

Karten für Kabarett oder Theater sind für die meisten längst unerschwinglich.

Doch zum Glück haben wir eine Regierung, die sich für die Bürger, ihre Unterhaltung und Kurzweil stets etwas einfallen lässt. Wenn auch in dem Fall nur für besonders Unerschrockene, die sogar "Ich weiss, was du nächsten Sommer getan hast" komplett mit geöffneten Augen verfolgen können - oder ohne größerem Grausen sogar eine Übertragung aus dem Nationalrat.

Bungeejumping war einmal!

Wer heute etwas auf sich hält, als echt cooler Typ, ....

.......... FÄHRT RETTUNGSGASSE !!!

Gut, ich muss zugeben, dass ich schon bei den ersten Anflügen von Geistesblitz dazu meine Bedenken gehabt habe: Ob das denn so wirklich eine besonders kluge Idee ist, Leuten, die vielleicht gerade unter schwierigsten Bedingungen wie Glatteis, Schnee, Nacht, Nebel, Regen, Aquaplanning, ... versuchen, ihren Wagen zum Stillstand zu bringen, weil es vor ihnen gekracht hat, dann noch aufzuerlegen, dass sie gleichzeitig extrem nach links steuern sollen, bis knapp an die Leitschienen heran. Oder doch nach rechts? Oder schon nach links? Und das alles im Gottvertrauen darauf, dass der Lenker unmittelbar neben oder hinter einem das genauso sieht und tut!

Aber nachdem klein Gerhard ja immer schon als Schwarzseher verschrien war, der doch der Praxis eine Chance geben soll - weil es ja dann vielleicht doch  ... oder vielleicht doch nicht so ...

Gut, er gab, der Gerhard, die Chance - just heute.

Gegen 15 Uhr - auf der A2 unterwegs nach Wien, vor Vösendorf.

Der Unfall gerade voraus war eh schon im Radio durchgegeben worden. Auch die große Überkopf-Leuchttafel sagte zur Vorwarnung und Orientierung brav "Tempo 60 - Unfall - Stau - RETTUNGSGASSE!".

Was es ja bei solchen Situationen nicht immer tut - oder eher selten. Irgendwie unspannend, dass bei meiner Premiere die Antwort auf die entscheidende rettungsgassende Gretchenfrage vorweggenommen wurde: "Ist das jetzt ein Stau? Wird's noch einer?"

Als sich die Wagenkolonne verdichtete, entschied sich klein Gerhard daher - bereits vorgewarnt und übergenial wie sowieso immer - ausnahmsweise und politisch unpräjudiziell für die ganz rechte Variante, also pannenzustreifen.

Was dazu führte, dass ebendieser Gerhard gut einen Kilometer lang an den ziemlich verdutzen StauteilnehmerInnen (und -Außen, obwohl nur innen - ich hasse das Binnen-I) vorbeizog, die sich wohl fragten, was der Idiot da rechts daneben wohl zu Mittag gegessen haben könnte (Tirolerknödelsuppe, um das Rätsel zu lösen). Oder ob zuviel gesoffen, an Absinth oder ähnlich sinnesverwirrendem Zeug.

Gar selten hat klein Gerhard eine mehrfach-kolonnierende Verkehrssituation so zügig hinter sich gelassen.

Es war jedoch, zugegeben, ein komisches Gefühl: Links neben einem der Megastau - und vor sich eine Aussicht bis zum Horizont.

Aber das währte - Ende der Genialität - nur etwa eine knappe Minute lang.

Dann nämlich dämmerte es den Staubrüdern und -schwestern nebenan, dass es ja eigentlich Zeit für eine Rettungsgasse wäre. Und folglich reagierten sie unverzüglich, gewissenhaft, bürgerpflichtig korrekt und standen bzw. fuhren ...

... IRGENDWO !

Es gab keinen asphaltierten oder fast asphaltierten Bereich der Autobahn, der dem Planer, Erbauer oder Erhalter eingefallen wäre, der nicht von irgendwem zur Bildung der Rettungsgasse benutzt worden wäre: Am Pannenstreifen, der 0,5. Spur, der 1. Spur, der 1,5. Spur, der 2. Spur, der 2,5. Spur, der 3. Spur, der 3,5. Spur, der 4. Spur und der linken Leitplanke fast entlang schrammend bewegte oder weniger bewegte sich etwas, das Räder hatte und dabei anderen im Weg sein konnte.

Nicht einmal eine Ringelnatter hätte es geschafft, sich durch dieses Blechgewurl im Zickzack einen Weg zu bahnen. Steigt man bei einer Sommerwanderung im Wald irrtümlich in einen Ameisenhaufen: Das Mikro-Gewusel unter dem Schuh wäre dagegen ein leuchtendes Beispiel gesitteter Ordnung.

Instinktiv schickt man als mitfühlender, mitdenkender Zeitgenosse bei diesem Anblick und eingesetzter Vorstellungskraft, warum es sich wohl hier gerade zusammenstauen könnte, ein Stoßgebet zum Himmel, dass es da vorne keine Verletzten gibt - oder die aus der Luft versorgt werden - oder noch besser: Weggebeamt.

Aber dem bei weitem nicht genug. Bei weitem nicht!

Plötzlich begann sich nämlich dieses Durcheinander mit mehr als 10 km/h zu bewegen. Darf man jetzt noch? Muss man noch? Oder nimmer? Und die Frage aller Fragen: Wer macht jetzt wem zum Einordnen Platz? Diese Frage allerdings löst der g'lernte Automobilist am schnellsten: KEINER - NIEMANDEM!

Wer bisher sein Gefährt noch einigermaßen unbeschädigt durch das Wirrwarr gesteuert hatte: Jetzt wurde es so richtig eng!

Aber, ätsch, es war eh nur falscher Alarm! Schon sind wir wieder im Schrittchentempo unterwegs - also flugs zurück ins verordnete Chaos! Das ist die Strafe für übereifrige Optimisten!

Immer noch extrem rechtsend auf dem Pannenstreifen unterwegs, wartete ein Stückchen weiter, hinter der nächsten Kurve auf klein-genial Gerhard die nächste Herausforderung: Der Stau zog sich an einer Ausfahrt vorbei. Vor oder mitten in dieser hielten die ersten Rettungsgassenbilder an, die nicht wussten, was sie jetzt weiter tun sollen. Die wollten ja nach Wien - nicht nach Vösendorf, Graz, Linz, Eisenstadt, Nowosibirsk oder gar St. Pölten. Gibts ein Leben auf dem Pannenstreifen hinter dieser Ausfahrt? Und wenn ja: Wo? Zugegeben: Eine Frage, die mangels Leitlinien in der Tat gar nicht so leicht zu beantworten ist. Und dieses zweitgrößte Rätsel des Universums sorgte natürlich auch dafür, dass jene Glücklichen, die hier tatsächlich die Autobahn verlassen wollten bzw. durften, weiterhin unglücklich nur auf der Warteliste der Rettungsgasseüberstanden-Ordensträger verharren konnten, weil vor ihnen eben nix weiterging. 

Doch immer noch war eine Steigerung möglich: Nach jeder Ausfahrt kommt nämlich auch eine Auffahrt - meistens. Und wenn die kommt, dann tust du, lieber Rettungsgassen-Bilder gut daran, dich nicht auf dem Pannenstreifen herumzutreiben. Solltest du wirklich nur im Entferntesten daran denken, auf den Vorrang bauend und die Macht des Schicksals, dem ins Nichts mündenden Streifen weiter zu folgen: VERGISS ES! DENK NICHT MAL DRAN! Kein Schwein (oder gar BMW-, Audi- oder LKW-Fahrer) rechnet dort mit dir. Da bist du Flunder-flach! Wellblech! Wurmfutter!

Fast, lieber garnichtmehrsogenial Gerhard, hättest Du es sonach überstanden gehabt. Fast!

Würdest Du nicht dort angekommen sein, was ein Stau vor einem Unfall normalerweise als Endpunkt hat: Bei der Unfallstelle nämlich. Das klitzekleine Problem dort ist: Wurde der verursachte Blechsalat einmal auseinander sortiert und beiseite geräumt (sic.), dann schleppen die eingesetzten Kräfte alle zerdepschten Vehikel ja komischerweise nicht in die Fahrbahnmitte, wo die Rettungsgasse entlang führt - oder besser: führen sollte, sondern ... erraten: Auf den Pannenstreifen!

Was natürlich dazu führt, dass die Pannengestreiften auch zu Pannengestraften werden, denn der zwangsneurotisch zu benutzende Pannenstreifen - und zumindest die halbe erste Spur noch dazu - endet in Aufräumarbeit-Restbeständen.

Da die Einsatzkräfte mit dem Unfall sowieso alle Hände zu tun haben, sind sie wenig erfreut, gewillt oder bemüht, das Rettungsgassenchaos auch noch zu entflechten. Die Leute haben ja wirklich und wahrlich gerade Besseres zu tun.

Daher trug der letzte Akt der Tragikkomödie für die jetzt Unglücklichen - wo doch anfangs scheinbar Genialen - den Untertitel: Wir schauen den anderen beim Vorbeifahren zu. Wenn die nicht stehenbleiben ... aber nicht, um dem Reißverschlusssystem und damit Dir eine einigermaßen faire Chance zum Weiterkommen zu geben, sondern nur, um als echte Österreicher die Überbleibsel des Unfallgeschehens zu begaffen.

Dann endlich hat sich der Vorhang geschlossen. Mit - vorsichtig gesagt - verhaltenem Applaus. 

Abschließend wünschte klein Gerhard im Stauauflösen dem Erfinder aller Rettungsgassen nix Böses., ... 

... nur, dass er monatelang rund um die Uhr Rettungsgasse fahren muss.

Damit er nie wieder auf so eine blödsinnige Idee verfällt!

Ebensogut hätte das Überdrüber-Ausdenker-Hirn dieses Geniestreichs verordnen können, die Rettungskräfte sollen sich aus der anderen Richtung der Unfallstelle nähern - weil durch die Blockade ja theoretisch eh keiner entgegenkommen kann. Das wäre ebenso praxisnah und ungefährlich gewesen. 

Ah ja, apropos!

Wo zog das Polizeiauto - mit Mühe, aber doch - an dem ganzen Chaos vorbei, dem Unfallort entgegen?

Auf dem Pannenstreifen. Wie immer!

Wo denn sonst?

 

 

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Antworten auf diese Diskussion

 

ORF-Teletext von heute (9.8.2012):

 

 

Ich war übrigens erst kürzlich auf zwei langen Fahrten durch Deutschland unterwegs, fast ausschließlich auf Autobahnen - unter anderem teilweise in kilometerlangen Staus (ja, auch vor Unfällen):

Wer bildete dort vorsorglich eine Rettungsgasse? Richtig geraten: KEINE SAU!

 

 

Noch ein praktisches Beispiel zur Rettungsgasse, einfach aus einer Vielzahl herausgegriffen:

A2, Altmannsdorfer Ast, in Richtung Altmannsdorfer Straße gen Norden (Grüner Berg) abbiegend, Spätsonntagsnachmittags-Verkehr (also: viel): Vorne die Ampelregelung zwischen Autobahnabfahrt und Altmannsdorfer Straße, die ja ab und zu einmal Rot anzeigt, damit sie regelt, die Ampel.

Daher: Rückstau auf dem Altmannsdorfer Ast - und das nicht nur gen Norden abbiegend.

Daher: Eigentlich vorschriftlicher Grund zu rettungsgassen - schon einmal dafür, dass sich ein Einsatzfahrzeug bei Bedarf durchwuseln kann.

Ungeachtet dessen, dass jeder Vollidiot sieht und weiß, dass der Grund für diesen - rein verkehrsbedingten - Stau ja die Ampel da vorne ist, die eh gleich wieder auf Grün springt, damit es ein Stückerl weitergeht.

Eigentlich würdest du ja sogar gestraft werden, lieber Gerhard, seit 1.7. dieses Jahres, wenn du dich also NICHT auf den Pannenstreifen hinausbewegst und dort auf der ersten Spur der saudämlichen Rettungsgassen-Regelung entlang tuckerst, um vorne, am Ende des Staus von den Gesetzesbrechern Einlass ins normale verkehrstechnische Leben zu begehren!

Und das wiederum wäre sicherlich ein Anlass, dass die Rettungsgasse tatsächlich für einen Akut-Einsatz benutzt werden würde - nämlich für die Zufahrt der Ambulanz, nachdem dich, lieber Gerhard, die wutschäumenden, eh scho lang herumstauenden Gesetzesbrecher aus dem Auto gezerrt und windelweich geprügelt haben ...! 

 

 

War ja klar ...


 

... aber auch ...

 

Liegt vielmehr da des Pudels Kern?

"...politisch ausgemacht ..." ???

"... im Ministerrat und Parlament beschlossen ..." ??????

Blunznwurscht, ob sinnvoll oder Total-Topfen?

Egal, was Experten vorher raten oder die Praxis nachher zeigt?

 

 

Eine rein rechtliche Überlegung aus bescheidener Froschperspektive dazu:

Es gilt grundsätzlich im Straßenverkehr unter Autofahrern der Vertrauensgrundsatz, richtig?

Erst wenns vor mir geknallt hat, weiß ich in den meisten Fällen, dass er für irgendeinen Unfall-Verursacher offenbar nicht zu gelten hatte.

Und im Normalfall muss ich auf Autobahnen im Fließverkehr den Reaktionsabstand einhalten - weil ja der Bremsweg im Normalfall zwischen dem vorderen Fahrzeug und mir selber synchron gleich lang ist (außer man hat z.B. ABS - ausgeschrieben: Andere Bremsen Schneller)..

Durch den Aufprall vor mir verkürzt sich aber der Bremsweg des Vordermannes (oder -frau), weil die Bewegungsenergie durch die Verformung etc. großteils umgewandelt und kompensiert wird. Also auch meiner, damit es nicht gleich noch einmal klescht.

Das heißt: Ich muss in der Situation sowieso bereits schneller und besser reagieren, als mir die StVO für den Normalfall auferlegt.

Und in der Situation - vielleicht noch dazu unter extremen Straßenbedingungen (Regen, Nebel, Schnee, Nacht, ...) - muss ich nicht nur irgendwie meine Karre zum Stillstand bringen, sondern noch dazu die Spur halb wechseln, extrem an die Leitschiene heran oder auf den Pannenstreifen hinaus? Und noch dazu auch noch schauen, was die Fahrzeuge neben und knapp hinter mir so treiben, damit es nicht seitlich noch einmal kracht ????

Na, schau ich mir an, ob mir das irgendein Gericht der Welt allen Ernstes aufoktroyieren kann, wenn ich mal eine Strafe ausfasse, weil ich unmittelbar hinter einem Unfall unrettungsgässisch eingekeilt bin!

Abgesehen davon, dass es höchst spannend wäre, wie ein Gericht die Verschuldensfrage bei einer seitlichen Kollision beurteilt, wenn ich - Rettungsgasse-bildend - vorschriftsmäßig innerhalb dieses Anhaltevorgangs die Spur (halb) gewechselt habe, der neben mir oder knapp hinter mir aber nicht.

Ja, meine Güte, der Rechtsschutzversicherung ist eh fad, ...

 

 

Rettungsgasse wird jetzt zum Polit-Skandal

Ein Mitglied der Ministeriumsarbeitsgruppe erhebt Vorwürfe und spricht von "politischem Druck" für die Einführung.

Der KURIER-Bericht über die Probleme mit der Rettungsgasse schlägt hohe Wellen. Ein Insider packt nun aus und spricht von einem "Polit-Skandal" im Vorfeld. "Die Mehrheit von uns in der Arbeitsgruppe des Verkehrsministeriums war gegen die Rettungsgasse", sagt Willy Matzke, der damals für den ÖAMTC Mitglied der technischen Arbeitsuntergruppe war und als Top-Verkehrsexperte gilt. "Aber es war politisch eine ausgemachte Sache, es gab Druck. Schließlich war auch schon eine Werbekampagne fixiert. Unsere Warnungen wurden nicht mehr ernst genommen." Wer dagegen war, sei aus der Kommission entfernt worden.

Wie berichtet, üben Polizisten, aber auch Feuerwehren Kritik an der Rettungsgasse. Der Österreichische Rettungsdienst forderte sogar eine rasche Abschaffung. "Es gab keinerlei Notwendigkeit für die Rettungsgasse", sagt der Leiter der Sanitätsstaffel des Rettungsdienstes Hermann Dominik. "Sie wird auch niemals funktionieren."

Teilweise seien die Anfahrtszeiten zu Unfällen länger als früher über den Pannenstreifen, heißt es. Von der Asfinag wurde bei der Einführung versprochen, dass die Wege zu den Unfallstellen für Einsatzkräfte vier Minuten kürzer sein sollen. Schon damals war Kritik laut geworden, weil es dafür keine Belege gab. Tatsächlich seien dies "Erfahrungswerte aus Deutschland", gab die Asfinag später zu – Quellen, die dies bestätigen, wurden nie genannt.

Autobahn zu eng

Matzke sagt nun, er habe damals schon davor gewarnt, dass "auf weiten Teilen der Südautobahn, der Pyhrnautobahn und der Innkreisautobahn eine Rettungsgasse kaum möglich ist. Diese Autobahnen sind zu schmal, die sind dafür nicht ausgebaut", sagt Matzke. Ein weiterer Sitzungsteilnehmer bestätigt Matzkes Darstellung: "Die Rettungsgasse stand von vornherein fest."

"Die Rettungsgasse war der Wunsch der Rettungsorganisationen selber", betont ein Sprecher von Verkehrsministerin Doris Bures. "Alles wurde genau geprüft. Betroffen sind maximal 21 Kilometer Autobahn, wo es eng werden kann. Etwa wenn zwei Lkw und ein breites Rüstfahrzeug nebeneinander sind."

Laut Matzke haben vor allem die niederösterreichische Feuerwehr und das nö. Rote Kreuz Druck für die Rettungsgasse gemacht – mit politischem Rückenwind aus ihrem Bundesland.

Auch der VP-nahe Asfinag-Vorstand Klaus Schierhackl habe dies unterstützt, sagt Matzke. Vom KURIER darauf angesprochen, sagt Schierhackl: "Die Rettungsgasse stand schon im Regierungsübereinkommen. Es gab einen einstimmigen Beschluss aller Parteien. Ich persönlich stehe dazu, dass ich für die Rettungsgasse bin. Auch wenn es Anlaufschwierigkeiten gibt, die Rettungsgasse ist sicher etwas Gutes."

Bei der nö. Feuerwehr hieß es nur: "Was sollten wir für ein Motiv haben, die Rettungsgasse zu forcieren?"

Werbemillionen

Interessant ist der drei Millionen Euro schwere Werbeauftrag für die Rettungsgassen-Kampagne. "Ich habe keine Lust, ein Feigenblatt abzugeben in einem Verfahren, bei dem offensichtlich auf höherer Ebene schon eine Vorentscheidung getroffen wurde", sagte Luigi Schober, als sich seine Agentur Young & Rubicam zurückgezogen hatte.

Georg Hofherr, dessen Agentur den Auftrag schließlich bekam, wollte sich am Donnerstag "auf Wunsch des Auftraggebers Asfinag" nicht äußern.

So funktioniert es

Im Internetforum des KURIER ging es nach dem Bericht über die Probleme bei der Rettungsgasse rund. Die meisten Autofahrer seien schlichtweg zu blöd für die Rettungsgasse, meinten viele. Tatsächlich gibt es noch immer vor allem drei Missverständnisse, die für die meisten Probleme sorgen:

Wann beginnt die Rettungsgasse?
Sie muss nicht erst gebildet werden, wenn ein Einsatzfahrzeug im Rückspiegel zu sehen ist, sondern schon weit vorher. Ab jenem Moment, wo sich der Verkehr verlangsamt (etwa unter 40 km/h), muss die linke Spur nach links und alle anderen nach rechts.

Wann endet die Rettungsgasse?
Wenn alle Fahrzeuge sich in Bewegung setzen, muss die Rettungsgasse dennoch weiter gebildet bleiben. Sie darf erst aufgelöst werden, wenn die 40 km/h wieder überschritten werden.

Wie funktioniert die Rettungsgasse bei drei Spuren?
Bis auf die linke (Überhol-)Spur müssen alle anderen so weit möglich nach rechts, auch auf den Pannenstreifen. Manche glauben vor allem auf der mittleren Spur, dass ein Ausweichen dorthin sinnvoll ist, wo sie einfach Platz finden. Genau das führt aber zum verzögernden Zickzackkurs der anrückenden Einsatzkräfte.

Artikel vom 09.08.2012 16:01 | KURIER | Dominik Schreiber

 

http://kurier.at/nachrichten/4507531-rettungsgasse-wird-jetzt-zum-p...

 

 

Mehrheit ist gegen Rettungsgasse

80 Prozent von 3000 Befragten möchten sie wieder abschaffen. In Wien wurden bereits 172 Sünder gestraft, geändert hat das nichts.

Nachdem der KURIER das Chaos um die (Einführung der) Rettungsgasse aufgezeigt hat, ver­gleichen viele die Rettungsgasse bereits mit Licht am Tag. Diese Maßnahme kam und wurde nach Protesten der Autofahrer zu Grabe getragen. Im Internet fordern immer mehr Österreicher, die Rettungsgasse möge dasselbe Schicksal erleiden.

In einer Online-Umfrage des KURIER sprechen sich mehr als 80 Prozent von gut 3000 Teilnehmern (Stand Sonntag 17 Uhr) gegen die verpflichtende Rettungsgasse aus. Eine ähnliche Befragung der Tiroler Tageszeitung zeigt ebenfalls eine Mehrheit für die Abschaffung, wenn auch eine knappere (51 Prozent sind hier gegen die Rettungsgasse). Offenbar dürfte es im Osten Österreichs mehr Gegner geben als im Westen.

Viele Leser folgten bereits dem Aufruf, ihre Rettungsgassen-Fotos an leserreporter @kurier.at zu schicken. Auch hier äußerte sich die Mehrheit negativ: "Ich fahre fast täglich auf der Autobahn rund um Salzburg. Ich fahre teils auf der linken, teils auf der rechten Spur, und immer ganz außen, im ,Rettungsgassen-Modus" eben. Man kommt sich dann nach einer gewissen Zeit aber komisch vor, wenn einen ständig Fahrzeuge überholen und man angeglotzt wird wie ein Alien", schreibt etwa Julius Schandl aus Hallein. "Ein solch grandioses Ver­sagen einer Regelung be­deutet für mich, dass sie nicht umsetzbar ist. Über Sinn und Unsinn braucht man da gar nicht mehr diskutieren. Einfach vergessen und wieder abschaffen. Und die Affäre um den 3-Millionen-Werbeauftrag sowie die diktatorische Vorgehensweise der Entscheidungs­träger aufklären und gerichtlich ahnden."

Ein anderer Leser drückt es so aus: "Es bildet doch ohnehin kein Mensch mehr eine Rettungsgasse. Ich bin täglich auf der A23, dort hat das Volk längst entschieden, dass die Rettungsgasse totes Recht ist."

Artikel vom 12.08.2012 16:44 | KURIER | Dominik Schreiber

http://kurier.at/nachrichten/4508011-mehrheit-ist-gegen-rettungsgas...

 

 

Streit über Fahrt durch Rettungsgasse

... Nach Ansicht der Präsidentschaftskanzlei ist auf Basis dieser Bestimmung die Benützung der Rettungsgasse bei einem Staatsbesuch zulässig. ...

Ah eh, ... !!

 

 

 

Erstaunlich, was man aus der Zeitung alles erfährt!

Nämlich dass ich letztens in einem Riesen-Pulk von Autos auf der Tangente unterwegs war, deren Lenker so gut wie ausnahmslos alle zu 19 Prozent gehört haben, die sich NULL um die Bildung einer Rettungsgasse bereits beim Stocken des Verkehrs kümmern. Und die paar wenigen restlichen - die laut Bericht zu 81 Prozent der Autofahrer gehören, die das sehr wohl wissen, angeblich, - gehörten andererseits wieder augenscheinlich NICHT zu den 94 Prozent, die genau wissen, wann, wo und wie sie die Rettungsgasse zu bilden haben. Denn das Gewusel war einfach nur mehr gefährlich!

Ganz abgesehen davon, dass es nicht 94 Prozent sein können, die ALLES wissen, wenn nur 81 Prozent wissen, dass sie bereits beim Stocken des Verkehrs rettungsgassend wuseln müssen.  

Aber das nur ganz am Rande!

Weil auf diesem Rande steht auch "BEZAHLTE ANZEIGE"!

Also handelt es sich hier sowieso um keinen abgesicherten Tatsachenbericht, sondern um eine Darstellung von mehr oder weniger Science Fiction - bezahlt z.B. mit meinem Vignettengeld.

Daher die dezente Frage, wieder einmal, zum Thema: Geht's eh noch ???

 

Gestern, 20.7.2013, 11.00 Uhr - 11.30 Uhr, A2 zwischen Baden und Kottingbrunn:

Wo, frage ich mich, sind sie, die 98, 94 und 81 Prozent???

Ein Einsatzfahrzeug fuhr an uns in dieser Zeit vorbei - nicht in der Rettungsgasse, sondern auf der regulären dritten Spur, wo die KFZ vor dem Polizeiauto diesem mit Folgetonhorn und Blaulicht fahrenden Wagen sukzessive Platz machten (dazu braucht niemand eine Rettungsgasse erfinden, das macht man sowieso!). Ob dieses - wie in der "alten Regelung" üblich - auf dem freigehaltenen Pannenstreifen schneller vorangekommen wäre? Na, gar keine Frage - selbstverständlich!

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