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Bitte um Nachsicht: Hier kann aus dem Mix meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Mietervertreter und gleichzeitig sonstigen Interessen, Reisen etc. eine oft ziemlich wilde Mischung entstehen.

Im weiteren Verlauf sind aber alle Beiträge, Fotos und Clips nach Themengebieten sortiert. 

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Die Frau Sopherl und leistbare Mieten 

... oder: Warum Mieterschützen nix für die Praxis ist.


Der Frau Sopherl hat es die Red verschlagen – also, nicht in der langen Zwischenzeit, sondern jetzt erst eben. Höchste Zeit also, dass es ihr wieder einmal NICHT die Red verschlagt, sondern sie ihre Pappulatur aufreisst, ihre vorlaute, global gefürchtete.

Sie lässt jetzt einmal die vielen, vielen aus der Vergangenheit noch unbearbeiteten Gschichtln, die noch zu drucken wären, links liegen - da links ist soooo viel Platz dafür, und widmet sich Brühwarmem. Was nicht heißt, dass sie das alte Zeug alles sicher und so echt jetzt auf Dauer links liegenlassen wird. Wenn sie dort einmal Platz braucht, für eine neue schicke Kuchlkredenz zum Beispiel, dann wird sie in dem Eck aufräumen müssen. Ob sie jetzt will oder will!

Aber es hat wieder einmal etwas ein paar schiache Extrarunzeln eingegraben, in der so sorgsam restaurierten Stirn der Frau Sopherl. Ganz frisch und extra unansehnlich.

Runzeln, die ja schon lange lange Zeit Schatten voraus geworfen haben. Echt schiach.

Begonnen hat’s damals, als es unseren Politiküssen wie Schuppen aus den Haaren gefallen ist. Dass nämlich die Mieten viel zu teuer sind. Also viel zu teuer. Viel, viel zu teuer! Dass die Leut, die armen, sich diese Mieten nicht mehr leisten können. Also lautete ein Beschluss, dass sich da was ändern muss. Weil wir hatten schließlich Wahlen. Und da war alles ein Thema, wo man den Leuten Kosten ersparen könnte: Steuern, Fahrkarten, Zahnspangen, Freibier für alle, Wurstsemmeln auf Krankenschein, ...! Günstigere Mieten natürlich auch. Weil diese Schweinerei muss eine andere werden.

Das einzig Blöde bei solchen Vorhaben ist, dass sie ebenso schnell vorüber gehen, wie die Wahlen. Schad, findet die Frau Sopherl. Solche Veranstaltungen sollte man auf 365 Tage pro Jahr verlängern.

Weil gleich nach dieser Wahl hat uns der Bundeswerner wissen lassen, dass man an diesem Eh-suppi-Österreich eigentlich gar nix verändern brauchert. Und sein Vize-Loriotmännchen hat klargestellt, dass er ja nicht das Christkind wäre. War sicher notwendig. Die Frau Sopherl in ihrer naturbelassenen Naivität hätt das sonst nämlich glatt vermutet. Also doch nicht. Muss sie sich hinter die Ohrwaschln schreiben, die Frau Sopherl: Ein Eh-suppi-Österreich - mit einem starken Manko an Christkindln.

Auch mit einem gewissen Manko an so super-furchtbar-notwendig-dringenden Mietenreduktionsumsetzereien!

Erst einmal hat man sich profilaktti..., profülagdi...., vorbeugend zur Reformiererei und Kostenzersenkung auf einen Arbeitskreis geeinigt. „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, ...!“ Keine Ahnung, warum der Frau Sopherl gerade dieser Weisheitsbeginn ins Hirnkastl hupft. Weil weiter wissen dürfte man ja eh, beim Bundeswerner und Vizeloriot. Nur dürfte man den Fußvolk-Ösis die ganze, traurige Wahrheit nicht zu schnell aufs Naserl binden wollen. Weil man dreht ihnen wohl eins, ein langes Naserl, vermutet die Frau Sopherl. Wie bei der Hypo Anstalts-Adria, der un-untersuchten.

Wie die Frau Sopherl auf so ganz und gar krause Ideen kommt?

Na ja, aus einem ganz konkreten Grund: Weil die Mieten gerade, die Frau Sopherl hört und staunt, nicht gesenkt, sondern wieder einmal automatisch weiter erhöht werden. Weil es die Gesetze so wollen, die geltenden.

Ganz klar, der Herr Obermieterschützer hat sofort und ohne Verzug seine Stimme gegen diese vollmechanische Anspannung der Eh-schon-Anspannung erhoben - medial wirksam, versteht sich. Weil das ist ja schlimm, unerhört, nicht hinzunehmen. Und er werde sofort dem Herrn Justizminister schreiben, der solle das sein lassen, die Anspannung weiter anzuspannen. Voll engagiert, für seine Mieter. Mit breiter Brust an vorderster Front in der Schlacht! Toll!

Bis, ja bis zu dem Moment, wo ein Unbedarfter aus dem Ösi-Fußvolk so tut, als würde er wirklich glauben, dass das alles tatsächlich ernst gemeint sein könnte. Wo einer, dem die finanziell viel zuviel blutenden Mieter einfach leid ums Herz sind, von den Politiküssen verlangt, wirklich Nägel mit Köpfen zu machen und im eigenen Verantwortungsbereich alles, wirklich alles zu unternehmen, um die finanziell viel zuviel blutenden Mieter nicht noch, noch mehr bluten zu lassen!

Dann nämlich spätestens stellt sich heraus, dass der einsame Wille des Justizministers quasi eine Art unabwendbare höhere Gewalt ist, gegen die niemand, wirklich niemand im ganzen Universum etwas ausrichten kann.

Dann wird auf einen Schlag ein Koalitionspakt, in dem man gepaktet hat, stets einstimmig und Händchen haltend durch die Lande und Parlamentskammern zu ziehen, stärker als der - komischerweise ebenso gemeinsam gepaktete - Wille, etwas gegen die Anspannung der Eh-schon-Anspannung bei den Wohnkosten zu tun. Weil sonst könnts nämlich ratzfatz aus sein, mit der Regiererei. So schauts aus! Da wird es schon viel zuviel riskant, überhaupt herauszufinden, wer denn dann eigentlich der Paktbrecher wäre: Der Abspanner oder der Anspanner? Nein, das will man lieber gar nicht erst auf die knifflige Probe stellen. Da ist das eigene Regierungshemd ein bissl doch viel näher, als der angespannte Kostenrock der Mieter, vermutet die Frau Sopherl. "Sollns halt ein bissl abnehmen, die Kropferten, dann spannts ned so."

Drum macht der Justizminister schnell Nägel mit Köpfe – ungehindert und frei von der Leber weg. Seine Nägel mit Köpfen halt, von seiner Leber. Und es spannt weiter, sogar noch stärker, um die Leber der MieterInnen und außen.

Drum bekommt man auch auf einmal ganz kurze Finger und hat auf einmal andere wichtige Angelegenheiten, um die man sich kümmern muss, als Obermietenschützerkönig, wenn es darum geht, im eigenen Zuständigkeitsbereich wenigstens für ein wenig Lockerung am Mieterwams, dem anvertrauten zu sorgen. Weil den Leuten, die im sozialen Wohnbau herumkrebsen, gehts eh zu gut. Die sollen froh sein und den Anspannern die Füße küssen, dass sie dort krebsen dürfen.

Soll nicht weiter stören, dass da auf ein paar Mini-Argumenterl nicht weiter eingegangen wird, warum es sich dort doch längst nimmer so sozial wohnt und wo da was zum Abspannen wäre, beim Angespannten. Weil, wie gesagt, man hat auf einmal andere wichtige Angelegenheiten, um die man sich kümmern muss, ganz dringend. Und lässt sich nicht vor irgendwelche Karren spannen. Schon überhaupt nicht.

Was bleibt also, fragt sich angestrengt die Frau Sopherl? Eine gute Gelegenheit für ein paar Oppositionsparteien, wieder einmal - völlig außer Obligo - politisches Kleingeld zu wechseln. Kurioserweise sind die zum Teil sogar einmal hier Opposition, und einmal da Regierung. Nein, Kleingeld gewechselt wird natürlich immer nur hier, nicht dort. Dort wäre man ja in der Mitverantwortung ... also, theoretisch!

Die Frau Sopherl braucht wieder einmal ihren parteipolitisch motivierten Morgen-Schnaps!

 

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